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Zusammenfassung
Das vorgestellte Pflegesystem basiert auf dem Konzept der Bezugspflege, dessen Hauptziel es ist, den Kunden Sicherheit, Vertrauen und eine kontinuierliche Betreuung zu bieten. Jeder Patient erhält eine feste Bezugspflegekraft als Ansprechpartnerin, die für alle pflegerischen, organisatorischen und kommunikativen Belange zuständig ist. Diese kontinuierliche Betreuung fördert eine vertrauensvolle Beziehung, sichert die Qualität der Pflege und ermöglicht eine individuelle, Biografie orientierte Betreuung.
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Bezugspflege und Aufgaben:
Die Bezugspflegekraft übernimmt die Pflegeprozessplanung, sammelt und dokumentiert relevante Informationen, organisiert medizinische Maßnahmen, nimmt an Begutachtungen teil und ist Schnittstelle zu Angehörigen und Kooperationspartnern. Sie erfragt regelmäßig Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner und sorgt für deren Umsetzung. Damit trägt sie entscheidend zur Motivation des Pflegeteams und zur Zufriedenheit des Pflegenden bei.
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Pflegekonzept:
Das Pflegekonzept beruht auf den Grundlagen des Unternehmensleitbilds, der Qualitätspolitik und der Pflegephilosophie. Es umfasst drei zentrale Leistungsbereiche:
- Pflege nach SGB XI (Pflegeversicherung)
- Behandlungspflege nach SGB V (ärztlich verordnete Leistungen)
- Betreuung und soziale Begleitung.
Ziel ist es, Menschen eine möglichst lange Versorgung in ihrer häuslichen Umgebung zu ermöglichen, ihre Selbstständigkeit zu erhalten und Angehörige zu entlasten. Auch Hospizpflege und psychosoziale Begleitung gehören zu den Kernleistungen.
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Pflegeleistungen im Detail:
Das Leistungsangebot reicht von der Grundpflege (z. B. Körperpflege, Ernährung, Mobilität, Ausscheidung) über hauswirtschaftliche Unterstützung bis zur fachgerechten Behandlungspflege. Zudem wird Angehörigenberatung und -anleitung angeboten. Besondere Bedeutung hat die Zeit, Aufmerksamkeit und emotionale Zuwendung, um die psychische Stabilität der Kunden zu fördern.
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Pflegeverständnis nach Monika Krohwinkel (ABEDL-Modell):
Die Pflege orientiert sich an den „Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des täglichen Lebens“ (ABEDLs). Dabei wird die individuelle Lebenssituation, Biografie und Eigenständigkeit jedes Kunden berücksichtigt. Zu den ABEDLs gehören unter anderem: Kommunizieren, Sich bewegen, Sich pflegen, Essen und Trinken, Ausscheiden, Ruhen und Schlafen, Beschäftigung, soziale Beziehungen und der Umgang mit existentiellen Erfahrungen wie Angst, Schmerz und Sterben. Dieses Modell fördert die ganzheitliche Sicht auf den Menschen und stärkt seine Ressourcen.
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Qualitätsmanagement und Organisation:
Die Pflege und Betreuung stehen unter ständiger Verantwortung der Pflegedienst- und Einsatzleitung. Ein umfassendes Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001:2000 gewährleistet kontinuierliche Verbesserung, Nachvollziehbarkeit und Sicherheit der Pflegequalität. Das Team besteht aus examinierten Pflegefachkräften, Pflegehelfern, Betreuungskräften, Sozialpädagogen und hauswirtschaftlichen Mitarbeitern. Zuständigkeiten sind klar geregelt (z. B. für Hygiene, Dekubitus- und Sturzprophylaxe).
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Pflegeprozess und Kommunikation:
Der Pflegeprozess beginnt mit einem ausführlichen Erstgespräch, in dem Biografie, Wünsche und Ressourcen erhoben werden. Danach folgen Pflegeplanung, Zielsetzung, Maßnahmenumsetzung und regelmäßige Evaluation. Lückenlose Dokumentation, Pflegevisiten und Teambesprechungen sichern Transparenz und Qualität. Die interne Kommunikation erfolgt über schriftliche Übergaben, Telefongespräche und festgelegte Informationswege, wodurch ein reibungsloser Informationsfluss zwischen Pflegeteam und Leitung garantiert wird.
Die fünf wichtigsten Punkte:
- Bezugspflege als Kernsystem:
Jeder Kunde hat eine feste Bezugspflegekraft, die Vertrauen aufbaut, Kontinuität gewährleistet und als zentrale Ansprechperson fungiert. - Ganzheitliches Pflegekonzept:
Das Konzept vereint Behandlungspflege (SGB V), Grundpflege (SGB XI) und soziale Betreuung, um Menschen ein selbstbestimmtes Leben im häuslichen Umfeld zu ermöglichen. - Pflege nach dem ABEDL-Modell (Monika Krohwinkel):
Die Pflege orientiert sich an individuellen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Lebensumständen und sieht den Menschen als Ganzes. - Strukturiertes Qualitäts- und Kommunikationssystem:
Durch standardisierte Prozesse, regelmäßige Teambesprechungen und ISO-basiertes Qualitätsmanagement wird die Pflegequalität gesichert und fortlaufend verbessert. - Ressourcenorientierter Pflegeprozess:
Von der Anamnese über Zielsetzung und Maßnahmenplanung bis zur Evaluation steht die Erhaltung und Förderung der Selbstständigkeit jedes Kunden im Mittelpunkt.